Imam Tahawi: ‚Aqida von Ahl al-Sunnah

shifa

Imam Abu Ja‘far al-Tahawi:
Die Glaubenslehre des Imam Tahawi

(Al-Shamail al-Muhammadyya)
Ins Deutsche über­tra­gen von Abd al-Hafidh Wentzel
mit vollständigem arabischem Text
48 Seiten, ca. 14 x 21,5 cm, Preis 4,50 €

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PDF: Al-Tahawiyya: Einleitung

Die Bedeutung der Aqida Tahawiyya

Man kann sagen dass Imam Abu Ja’far al-Tahawi (239-321) die Glaubensgrundsätze nach dem Verständnis der Ash’ariten als auch der Maturiden repräsentiert. Ganz besonders die der Letzteren, da er ebenfalls der Hanafitischen Rechtsschule folgte. Wir haben daher beschlossen den kompletten übersetzten Text seiner Zusammenfassung der islamischen Doktrin, allgemein bekannt als ‚Aqidah Tahawiyyah, einzubeziehen. Dieser Text, eine Darlegung der Glaubenslehre der Ahlu-s-Sunnah wa-‚l Jama’ah, ist schon lange die am weitesten verbreitete und eine wahrlich unentbehrliche Arbeit über die islamische Glaubensdoktrin (‚Aqidah), von dem der untere Text eine komplette deutsche Übersetzung ist.

Imam al-Tahawis Doktrin (al-‘Aqidah), obwohl kurzgefasst, ist ein fundamentaler Text für alle Zeiten. Alles, was ein Muslim wissen, glauben und verinnerlicht verstehen muss, ist dort verzeichnet. Es besteht Übereinstimmung bei den Gefährten, den Nachfolgern und bei all den führenden islamischen Authoritäten wie zum Beispiel den vier Imamen und ihren zahlreichen Anhängern, über die Lehren, die in diesem Werk aufgezählt und gänzlich von der unbestreitbaren Quelle der Religion, dem noblen Qur’an und den bestätigten Überlieferungen (Ahadith) abgeleitet sind. Als ein Text über islamische Glaubenslehre, fasst dieses Werk die Punkte zusammen, die in diesen zwei Quellen dargelegt sind, um einen korrekten Glauben zu definieren, wie auch die erweiterten Argumente im Anfechten der Ansichten der Sekten, die sich von der Sunna entfernt haben. Dieses einzigartige Nachschlagewerk des muslimischen Bekenntnisses führt nicht nur die muslimischen Glaubenssätze auf, sondern beinhaltet zugleich die wesentlichen Argumente zur Widerlegung abweichlerischer Ideen und irregeleiteter Sekten.

Über Imam Abu Ja’far al-Tahawi

Imam Abu Ja’far Ahmed ibn Muhammad al-Azdi, bekannt als Imam Tahawi nach seinem Geburtsort in Ägypten, ist von den herausragendsten Authorititäten der islamischen Welt in Hadith und Rechtswissenschaft (Fiqh). Er lebte zu einer Zeit, in der die direkten und indirekten Schüler der vier Imame der Rechtswissenschaft lehrten und praktizierten. Diese Periode war die großartigste Epoche der Hadith- und Fiqh Studien und Imam Tahawi studierte mit allen gegenwärtigen Authoritäten dieser Zeit. Al-Badr al-‘Ayni sagte, dass, als Ahmed starb, Tahawi 12 war; als Bukhari starb, war er 27; als Muslim starb, war er 32; als Ibn Majah starb, war er 44; als Abu Dawud starb, war er 46; als Tirmidhi starb, war er 50; als Nisa’i starb, war er 74. Kawthari berichtet dies und fügt zur Übereinstimmung der Gelehrten hinzu, dass Tahawi in sich die Vervollständigung der zwei Wissenschaften Hadith und Fiqh vereinigte, darin stimmten u.a. auch die Gelehrten al-‚Ayni und al-Dhahabi ein. Ibn Taymiyya, sonderte sich davon ab und war der Überzeugung, dass Tahawi nicht besonders wissend in Hadith war. Das ist rundwegs bestritten von Ibn Kathir, der in seiner Notiz über Tahawi in al-Bidaya wa al-Nihaya sagte: “Er ist einer der vertrauenswürdigen Größen unter den Meistern der Hadīth-Wissenschaft“ Kawthari nennt Ibn Taymiyyas Urteil “eine weitere seiner willkürlichen Spekulationen” und stellt fest: “Niemand geringschätzt Tahawis Wissen über die mangelhaften Hadith außer jemand, dessen eigene Mängel keine Heilmittel haben, und möge Allah uns davor schützen.”

Tahawi beginnt seine Studien unter seinem Onkel mütterlicherseits, Isma’il ibn Yahya al-Muzani, ein führender Schüler Imam Shafi’is. Jedoch fühlte Tahawi sich instinktiv zur Sammlung von Imam Abu Hanifas Werk hingezogen. In der Tat sah er seinen Onkel und Lehrer sich den Werken der hanafitischen Gelehrten zuwendend um heikle Fiqh Angelegenheiten zu lösen. Dabei stützte er sich stark auf die Schriften der zwei führenden Schüler Abu Hanifas – Muhammad Ibn al-Hasan al-Shaybani und Abu Yusuf, der Fiqh kodifizierte. Dies führte ihn dazu, seine ganze Aufmerksamkeit dem Studieren der hanafitischen Werke zu widmen und sich letztendlich der Hanafi Rechtschule (madhhab) anzuschließen. Er gilt nicht nur als ein herausragender und prominenter Anhänger dieser Rechtsschule, sondern in Anbetracht seiner enormen Gelehrsamkeit und bemerkenswerten Auffassungsgabe, auch als einer ihrer führenden Gelehrten. Seine imposanten wissenschaftlichen Werke, wie zum Beispiel „Sharh ma’ani al-Athar“ und „Mushkil al-Athar“ sind Enzyklopädien die lange als unerlässlich für die Ausbildung der Fiqh Studenten angesehen wurden. In der Tat war er ein absoluter Mujtahid (Mujtahid Mutlaq) und war uneingeschränkt vertraut mit dem Fiqh aller vier Rechtsschulen, wie von Ibn ‘Abd al-Barr festgestellt und übermittelt von Kawthari. Bestätigt wird dies durch Tahawis eigener Arbeit über komparative Rechtswissenschaft mit dem Titel Ikhtilaf al-Fuqaha.

Text der Aqida Tahawiyya:

Imam al-Tahawis Darlegung der islamischen Glaubenslehre (al-Aqidah al-Tahawiyyah):

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers, alles Lob sei Allah, dem Herrn der Welten

Der meisterliche Gelehrte Hujjat al-Islam Abu Ja’far al-Warraq at-Tahawi al-Misri, möge Allah mit ihm barmherzig sein, sagte: Dies ist eine Darlegung der Glaubenslehre der Anhänger der Sunnah und Gemeinschaft (al-Ahlu-s-Sunnah wa’l Jama’ah), gemäß der Schule der Rechtswissenschaftler dieser Religionsgemeinschaft, Abu Hanifah an-Nu’man ibn Thabit al-Kufi, Abu Yusuf Ya’qub ibn Ibrahim al-Ansari und Abu Abdullah Muhammad ibn al-Hasan as-Shaybani, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, sowie dessen, was diese an Glaubensgrundsätzen hinsichtlich der Grundlagen der Religionen vertreten und was sie bezüglich des Herrn der Welten glauben.

1. Wir sagen bezüglich der Einheit Allahs – wobei wir aufgrund der Gnade Allahs fester Glaubensüberzeugung sind – wahrlich, Allah ist Einer, Er hat keinen Partner.

2. Es gibt nichts, das Ihm vergleichbar wäre.

3. Es gibt nichts, das Ihn überwältigen kann.

4. Es gibt keine Gottheit außer Ihm.

5. Er ist urewig ohne Beginn und ewig fortbestehend ohne Ende.

6. Er wird niemals vergehen oder aufhören zu sein.

7. Nichts existiert oder geschieht ohne dass Er es will.

8. Keine Vorstellung kann Ihn erfassen und kein Verstand kann Ihn begreifen.

9. Er ist anders als alles Erschaffene.

10. Er ist lebendig (hayy) und stirbt niemals, ewig wirkend (qayyum) ohne je zu schlafen.

11. Er erschafft, ohne dessen zu bedürfen und versorgt seine Geschöpfe ohne jegliche Anstrengung.

12. Er lässt, ohne dabei Furcht zu haben, sterben und Er lässt, ohne jede Mühe, auferstehen.

13. Er existierte immer und urewig, mit all Seinen Eigenschaften, bevor Er die Schöpfung erschuf. Ihre Erschaffung hat Seinen Eigenschaften nichts hinzugefügt, das nicht schon vorher dazu zählte. So wie Er mit all Seinen Eigenschaften in der Vorewigkeit existierte, wird Er weiter bis in alle Ewigkeit bestehen.

14. Der Name „Der Schöpfer“ ist ihm nicht erst seit der Schöpfung zu eigen, noch gebührt Ihm erst seitdem Er der Schöpfung ihre Form verliehen hat, der Name „Der Gestalter“.

15. Ihm kam die Bedeutung des Herr-Seins zu, als es nichts gab, dessen Herr Er war und die Bedeutung des Schöpfer-Seins war Ihm zu eigen, als es noch nichts Erschaffenes gab.

16. Ebenso wie Er zu Recht den Namen „Erwecker der Toten“ trägt, nachdem Er ihnen zuerst das Leben geschenkt hatte, gebührte Ihm eben dieser Name bereits, bevor Er sie ins Leben rief. Eben dies gilt auch für den Namen „Der Schöpfer“ bevor Er ihnen ihr Dasein verliehen hat.

17. Dies ist so, weil Er die Macht hat, alle Dinge zu tun und weil alles auf Ihn angewiesen ist. Jede Angelegenheit ist Ihm ein Leichtes und es gibt nichts, dessen Er bedürfte. “Es existiert nichts das Ihm gleicht und Er ist ‘Der Allhörende, Der Allsehende’” (al-Qu’ran, 42:11)

18. Er erschuf die Schöpfung mit Seinem Wissen.

19. Er bestimmte ihr Schicksal.

20. Er legte ihre Lebensspanne fest.

21. Nichts von ihrem Tun war Ihm vor ihrer Erschaffung verborgen und Er kannte jede ihrer Handlungen schon bevor Er sie erschuf.

22. Er gebot ihnen, Ihm zu gehorchen und untersagte ihnen Ihm ungehorsam zu sein.

23. Alles geschieht entsprechend Seiner Bestimmung und Seinem Wollen. Sein Wille geschieht und die Diener besitzen keinen Willen ausser dem was Er für sie bestimmt. Was Er für sie bestimmt geschieht und was Er nicht bestimmt, geschieht nicht.

24. Er leitet aus Seiner Gunst Recht, wen Er will und schützt ihn und bewahrt ihn vor Schaden und Er lässt in Seiner Gerechtigkeit Irre gehen wen Er will, erniedrigt ihn und setzt ihn Bedrängnissen aus.

25. Alle sind seinem Willen ausgesetzt, ob es seine Grosszügigkeit oder Gerechtigkeit ist.

26. Er ist weit erhaben darüber Gegenstücke oder Seinesgleichen zu besitzen.

27. Keiner kann sich Seiner Bestimmung widersetzen, Seine Entscheidung revidieren oder seinen Befehl überstimmen.

28. Wir glauben an all dies und sind uns gewiß, dass alles von Ihm kommt.

29. Wir glauben und sind uns gewiß, dass Muhammad صلى الله عليه وسلم sein erlesener Diener, sein auserwählter Prophet und mit Seinem göttlichem Wohlwollen gesegneter Gesandter ist.

30. Und dass er صلى الله عليه وسلم das Siegel der Propheten, der Anführer der Gottesfürchtigen, der höchst geehrte aller Gottesgesandten und der Liebling des Herrn der Welten ist.

31. Jeder Anspruch auf das Prophetentum nach ihm صلى الله عليه وسلم ist Lug und Trug.

32. Er صلى الله عليه وسلم ist derjenige, der zu allen Jinn und der gesamten Menschheit mit der Wahrheit und der Rechtleitung gesandt wurde.

33. Der Qu’ran ist das Wort Allahs, das von ihm, ohne Modalität, als Sprache ausgeht. Er hat ihn als Offenbarung auf Seinen Gesandten صلى الله عليه وسلم herabgesandt. Die Gläubigen bestätigen, dass Er die Wahrheit ist, in der Gewissheit, dass er wirklich Allah’s Wort ist und nicht erschaffen, wie das Wort von Kreaturen. Wer ihn hört und behauptet, er sei Menschenwort, ist ein Ungläubiger. Allah tadelt ihn, weist ihn zurecht und verheißt ihm seine Strafe, indem Er sagt: „Ich werde ihn im Höllenfeuer verbrennen“ (al-Qu’ran 74:26). Wenn Allah denjenigen das Feuer verheißt, die sagen „Dies sind nichts anderes als Menschenworte“ (al-Qur’an 74:25), wissen wir mit Sicherheit, dass es das Wort des Schöpfers ist und gänzlich anders als jedes Menschenwort.

34. Wer Allah mit Begriffen charakterisiert, die zu den menschlichen Eigenschaften zählen, wird damit zum Ungläubigen. Wer dies begriffen hat, wird sich davor hüten und davon absehen derartige Dinge auszusprechen wie sie die Ungläubigen sagen und er wird wissen, dass Allah in Seinen Eigenschaften nicht wie die Menschen ist.

35. Der Anblick Allahs für die Bewohner des Paradiesgartens ist wahr, ohne dass dieser allumfassend oder in seiner Art und Weise zu bestimmen wäre. So wie Ihn das Buch unseres Herrn beschreibt, wenn Er sagt: “Gesichter werden an jenem Tag erstrahlen, auf ihren Herrn werden sie schauen” (al-Qur’an 75:22-23). Die Erklärung dieser Aussage ist so, wie Allah, der Allerhabene sie gemeint hat und wie Er es weiss. Alles was darüber in authentischen Überlieferungen vom Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم und von seinen Gefährten (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) überliefert wurde, ist genauso wie Er es gesagt hat und bedeutet genau das, was Er damit sagen wollte. Wir lassen uns nicht darauf ein zu versuchen es entsprechend unseren eigenen Ansichten zu interpretieren oder unserer Phantasie freien Lauf zu lassen. Denn wahrlich, niemand ist sicher in seiner Religion bis er sich ganz Allah dem Erhabenen und Gepriesenen und Seinem Gesandten صلى الله عليه وسلم unterwirft und das Wissen über mehrdeutige Dinge ganz dem überlässt, der Wissen über sie besitzt.

36. Der Islam eines Menschen steht nicht auf festem Fundament, solange er nicht auf vollkommener Hingabe und Unterwerfung gegründet ist. Wer danach strebt Wissen über Dinge zu erlangen, die ihm verwehrt sind und dessen Verstand sich nicht mit Unterwerfung zufrieden geben will, den wird der Schleier seines Begehrens vom lauteren Einheitsglauben, reiner Erkenntnis und rechtem Glauben trennen. So dass er ziellos zwischen Glauben und Unglauben, Leugnen, Annahme und Ablehnung, hin- und hergerissen wird. Er wird von Einflüsterungen geplagt, in Abweichungen und Zweifeln, umherirren. Weder ein aufrichtig bekennender Gläubiger noch ein gänzlich ablehnender Leugner.

37. Der Glaube eines Menschen an den Anblick Allahs durch die Bewohner des Paradieses ist nicht korrekt, wenn er mit eigenen Vorstellungen oder verstandesmäßigen Interpretationen verbunden ist. Denn die Erklärung dieses Anblickes und aller derartigen Phänomene, die zur Sphäre des göttlichen Herrschaftsbereich zählen, verlangen von dem Gläubigen das Unterlassen jeglicher Interpretation und strikte Unterwerfung, derart soll er der Religion der Gesandten (Frieden sei auf ihnen allen) und dem göttlichen Gesetz folgen. Wer sich nicht davor hütet die Eigenschaften Allahs zu verneinen oder Allah Ähnlichkeit mit etwas anderem zuzuschreiben, irrt und ist unfähig, die göttliche Transzendenz zu begreifen. Denn wahrlich, unser Herr, der Majestätische und Allerhöchste kann ausschliesslich mit Eigenschaften absoluter Einheit beschrieben und mit Kennzeichen uneingeschränkter Einzigartigkeit charakterisiert werden. Kein Geschöpf kommt Ihm in Seinen Eigenschaften gleich.

38. Er ist hocherhaben darüber, Grenzen, Bestandteile oder Gliedmassen zu besitzen. Ebenso wenig können Ihn die sechs Himmelsrichtungen umfassen, in denen alle erschaffenen Dinge enthalten sind.

39. Al-Miraj (die Himmelfahrt) ist wahr. Der Prophet صلى الله عليه وسلم wurde bei Nacht mitgenommen und fuhr in seiner körperlichen Form im Wachzustand in den Himmel auf und weiter von dort in jene Höhen, die Allah ihm bestimmte. Dann offenbarte Er Seinem Diener, was er Ihm offenbaren wollte “und sein Herz irrte nicht in dem was er sah” (al-Qur’an 53:11). Allah segnete ihn صلى الله عليه وسلم und gewährte ihm Frieden in dieser und der nächsten Welt.

40. Al-Hawd – Das Trinkbecken des Propheten صلى الله عليه وسلم , welches Allah ihm als Erweis Seiner Gnade gewährt hat, um den Durst seiner Gemeinde am Tage des Gerichts zu stillen, ist Wirlichkeit.

41. Ash-Shafa’ah (die Fürsprache, die für die Muslime aufbewahrt wurde) ist wahr, so wie es in den authentischen Berichten überliefert ist.

42. Das Versprechen, das Allah Adam (Frieden sei auf ihm) und seinen Nachkommen abgenommen hat, ist wahr.

43. Allah wusste bereits vor Anbeginn der Zeit die genaue Anzahl derer, die ins Paradies eingehen werden und derer, die ins Feuer gehen werden. Diese Zahl wird weder zunehmen, noch wird von ihr etwas abgezogen werden.

44. Das Gleiche gilt für alle ihre Taten, von denen Er genau weiß, dass sie sie tun werden und jedem fällt es leicht wozu Er erschaffen wurde, aber ausschlaggebend sind letztendlich jene Taten, die das Handeln besiegeln und der Glückliche ist glücklich aufgrund des göttlichen Ratschlusses Allahs. Und der Unglückliche ist unglücklich aufgrund des Ratschlusses Allahs.

45. Das genaue Wesen der Vorbestimmung al-Qadar ist Allahs Geheimnis in seiner Schöpfung. Keinem Ihm nahestehenden Engel und keinem entsandten Propheten wurde Wissen darüber verliehen. Der Versuch darin vorzudringen und das Nachgrübeln über dieses Thema bedeutet Untergang und Verlust und führt zur Rebellion. Darum sei vorsichtig und hüte dich davor über diese Angelegenheit zu spekulieren oder nachzugrübeln oder dich von Einflüsterungen beeinflußen zu lassen. Und wahrlich Allah, der Allerhabene, hat das Wissen über die Vorbestimmung vor Seinen Geschöpfen verborgen und ihnen untersagt Nachforschungen darüber anzustellen, so wie Der Allerhabene es in Seinem Buch zum Ausdruck bringt, „Er wird nicht nach Seinem Tun befragt, sie jedoch werden befragt werden“ (al-Qur’an 21:23). Wer also fragt „Warum hat Er das getan?“ widerspricht damit einem Grundsatz des Buches Allahs und wer einem Grundsatz des Buches Allahs widerspricht, zählt zu den Ungläubigen.

46. Dies ist eine Zusammenfassung dessen was diejenigen, unter den Allah Nahestehenden, deren Herzen erleuchtet sind, notwendigerweise wissen müssen und was die Stufe derer ausmacht, die fest im Wissen gegründet sind. Denn es gibt zweierlei Arten von Wissen: Wissen, das den Geschöpfen zugänglich ist und Wissen, welches den Geschöpfen nicht zugänglich ist. Das zugängliche Wissen abzulehnen, ist Unglaube und das Wissen zu beanspruchen, welches nicht zugänglich ist, ist ebenfalls Unglaube. Und der Glaube eines Menschen ist nicht vollständig bis er das zugängliche Wissen akzeptiert und das Streben nach nicht zugänglichem Wissen aufgegeben hat.

47. Wir glauben an al-Lahw (die wohlbewahrte Tafel) und an al-Qalam (das Schreibrohr) und an all das, was auf der Tafel verzeichnet ist. Selbst wenn alle Geschöpfe zusammenkämen, um etwas ungeschehen zu machen von dem Allah bestimmt hat, dass es sein soll, wären sie dazu nicht in der Lage. Das Schreibrohr ist getrocknet, nachdem es alles geschrieben hat, was bis zum Tag der Auferstehung sein soll. Was auch immer einen Diener verfehlt hat, sollte ihn niemals treffen und was immer ihn getroffen hat, konnte ihn niemals verfehlen.

48. Der Diener muss wissen, dass Allahs Wissen allem vorausgeht, was in Seiner Schöpfung geschehen wird und dass Er es mit Seinen Maßstäben exakt und zwingend bestimmt hat. Keines der von Ihm erschaffenen Geschöpfe, weder in Seinem Himmel, noch auf Seiner Erde, ist in der Lage sich dem in irgendeiner Weise zu widersetzen, etwas hinzuzufügen, es zunichte zu machen, es zu verändern, es zu transformieren, es zu vermehren oder etwas davon hinwegzunehmen. Dies ist ein fundamentaler Glaubensgrundsatz und ein unverzichtbarer Bestandteil der Erkenntnis und Anerkenntnis der Einheit Allahs und seiner Herrschaft, so wie der Allerhabene es in Seinem Buch zum Ausdruck bringt, wenn Er sagt: „Und Er erschuf alle Dinge und bestimmte ihnen ihre gebührende Bestimmung.“ (al-Qur’an 25:2) und „Der Befehl Allahs ist eine feststehende Bestimmung“ (al-Qur’an 33:38). Wehe also dem, der mit Allah bezüglich des Schicksals hadert und sich anschickt mit krankem Herzen in diese Angelegenheiten vorzudringen. Denn der Versuch mit seiner Vorstellung in das gänzlich Verborgene vorzustoßen ist eine vergebliche Suche nach einem undurchdringlichen Geheimnis und er wird, was immer er darüber sagen mag, als sündiger Lügner enden.

49. Al-Arsh (der Thron) und al-Kursi (der Sitz) existieren wirklich.

50. Er (Allah) bedarf weder des Throns, noch dessen was sich darunter befindet.

51. Er umfasst alle Dinge und was sich darüber befindet, und nichts von dem, was Er erschaffen hat, kann Ihn umfassen. (1)

52. Wir sagen mit festem Glauben, Akzeptanz und Hingabe, dass Allah Ibrahim als Seinen vertrauten Freund nahm und dass Er direkt zu Musa (Frieden sei auf ihnen beiden) sprach.

53. Wir glauben an die Engel, die Propheten (Frieden sei auf ihnen allen), und an die Bücher, die den Gesandten offenbart wurden, und wir legen Zeugnis ab, dass sie alle der offenkundigen Wahrheit folgten.

54. Wir nennen die Leute der Qiblah (diejenigen, die in Richtung Ka’bah beten, Anm. d. Üb.) Muslime und Gläubige, so lange sie anerkennen, was der Prophet صلى الله عليه وسلم brachte und alles, das er uns gesagt und erzählt hat, akzeptieren.

55. Wir führen weder nutzloses Gerede über Allah, noch streiten wir über Allahs Religion.

56. Wir disputieren nicht bezüglich des Qu’ran und wir bezeugen, dass er die Rede des Herrn der Welten ist, mit dem der vertrauenswürdige Geist herniederkam und den dieser dem höchstgeehrten aller Gesandten, Muhammad, صلى الله عليه وسلم gelehrt hat. Er ist das Wort Allahs und in keiner Weise vergleichbar mit den Worten der Geschöpfe. Wir sagen nicht, er sei erschaffen und sind uns darin mit der Gemeinschaft der Muslime einig.

57. Wir betrachten keinen derjenigen, die zur Ka’bah beten als Ungläubige aufgrund einer falschen Tat, die sie begingen, solange sie diese Tat nicht als rechtmäßig betrachten.

58. Noch behaupten wir, das Begehen von Sünden füge einem, der sich zum Islam bekennt, keinen Schaden zu.

59. Wir hoffen auf Vergebung und die Gewährung des Eintritts in die Gärten durch Seine Gnade für die Gläubigen, die Gutes tun, doch wir können uns im Bezug auf sie nicht sicher sein und wir bezeugen nicht, dass sie definitiv ins Paradies eingehen werden (außer diejenigen, die genannt und bestätigt wurden vom Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم ). Wir bitten Allah um Vergebung für die Sünden unter den Gläubigen und fürchten um sie ohne die Hoffnung für sie aufzugeben.

60. Völlige Gewissheit sowie Hoffnungslosigkeit entfernen einen von der Religion, aber der Weg der Wahrheit derjenigen, die zur Ka‘bah beten, liegt zwischen den beiden (d.h. eine Person muss Allah Ehrfurcht erbringen und sich über Seine Abrechnung bewusst sein genauso wie sie auf Allahs Barmherzigkeit hofft)

61. Eine Person tritt nicht aus dem Glauben aus, außer durch Ableugnung dessen, das sie in den Glauben brachte.

62. Glaube besteht aus Bestätigung durch die Zunge und Anerkenntnis durch das Herz.

63. Und alles, das authentisch vom Propheten صلى الله عليه وسلم überliefert ist, in Bezug auf die Shari’ah und die Erklärung (des Qur’ans und des Islam) ist wahr.

64. Der Glaube ist, im Ursprung, fuer jeden ein- und derselbe. Die Ueberlegenheit (einiger Menschen über andere) jedoch liegt im Grad der Gottesfurcht und der Überwindung ihrer Gelueste.

65. Alle Gläubigen sind Awliya (Freunde) von Allah, der Edelste bei Allah ist der Gehorsamste und der, der sich am meisten an den Qur’an hält.

66. Der Glaube, al-Iman, ist die Verinnerlichung des Glaubens an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den letzten Tag, die Vorbestimmung, das Gute und Schlechte davon, das Süße und Bittere davon liegt einzig bei Allah.

67. Wir glauben an all dies, machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten (Frieden sei auf ihnen allen), wir bestätigen alle und alles, was sie überbrachten.

68. Diejenigen von der Gemeinschaft Muhammads صلى الله عليه وسلم , die große Sünden begehen, bleiben nicht ewig im Feuer, wenn sie als Muwahhidun (Gläubige, die die Einheit Allahs bestätigen) sterben, auch wenn sie sich Allah nicht reuevoll zugewendet haben, nachdem sie Allah wissend und glaubend anerkannt haben. Sie unterliegen Seinem Willen und Seinem Rechtsspruch. Wenn Er will, vergibt Er ihnen und verzeiht ihnen aus Seiner Großzügigkeit, entsprechend dem, was Er sagte: „Wahrlich, Allah wird es nicht vergeben, dass ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch Er vergibt das, was geringer ist als dies, wem Er will.“ (al-Qur’an, 4:48), und wenn Er will, bestraft Er sie mit dem Feuer gemäß Seiner Gerechtigkeit, doch dann holt Er sie wieder heraus durch Seine Barmherzigkeit und der Fürsprache derjenigen, die aus der Gruppe der Gehorsamen Fürsprache einlegen, hiernach schickt Er sie in Sein Paradies. Dies ist so, weil Allah diejenigen schützt, die Ihn anerkennen, und sie nicht wie diejenigen behandelt, die Ihn verleugnen, diejenigen, die von Seiner Rechtleitung abgewichen sind und Seinen Schutz nicht erhalten.

Oh Allah, Du bist der Beschützer des Islams und seiner Anhänger, festige uns als Muslime, bis wir Dir in diesem Zustand begegnen.

69. Wir sind der Ansicht, das es richtig ist das Gebet zu verrichten, hinter jedem Frommen und Sünder von denjenigen, die zur Kabah beten, als auch das Totengebet über jeden von ihnen zu verrichten, wenn sie sterben.

70. Keinem von ihnen sprechen wir das Paradies oder die Hölle zu, noch bezeugen wir, dass er Kafir, Mushrik oder Heuchler ist, solange nichts davon offenbar wird und diese Person ihre Geheimnisse nur Allah, dem Erhabenen, preisgibt.

71. Wir sind der Ansicht, dass gegen niemanden aus der Gemeinschaft Muhammads صلى الله عليه وسلم das Schwert erhoben werden darf, außer gegen jemanden, für den das Schwert durch die Shariah bindend geworden ist.

72. Wir sind der Ansicht, dass man nicht auf die Führer und diejenigen, in deren Hände unsere Angelegenheiten sind, losgehen darf, und wir beten nicht gegen sie. Wir bleiben ihnen treu. Wir sind der Ansicht, dass ihnen gehorsam zu sein, ein Teil der verpflichtenden Gehorsamkeit Allah gegenüber ist, solange sie nicht Ungehorsamkeit Allah gegenüber befehlen. Wir beten für sie um Rechtschaffenheit und Vergebung.

73. Wir befolgen die Sunnah und folgen der Gemeinschaft. Wir meiden Abspaltungen, Meinungsverschiedenheiten und Spaltungen.

74. Wir lieben die Gerechten und Ehrlichen und hassen Unterdrücker und Betrüger.

75. Wir sagen: „Allah weiß am besten bescheid“, wenn uns etwas unklar erscheint.

76. Wir sind von der Richtigkeit des Mas’h (das Streifen über die Ledersocken beim Wudu) überzeugt, sowohl auf Reisen als auch am Wohnort, entsprechend der Überlieferungen.

77. Die Pflicht der Hadsch und des Dschihad bleiben bestehen, sowohl gemeinsam mit den frommen Regierenden als auch mit den Sündern unter ihnen, bis die Stunde schlägt. Nichts annuliert sie oder spricht gegen sie

78. Wir glauben an die edlen Engel die unsere Taten niederschreiben, denn Allah hat diese zwei zur Aufsicht über uns eingesetzt.

79. Wir glauben an den Engel des Todes, der beauftragt ist die Seelen der Welten zu ergreifen.

80. Ebenso (glauben wir) an die Strafe im Grab für den, der sie verdient, an die Befragung durch Munkar und Nakir über seinen Herrn (d.h. des Vestorbenenen), seine Religion und seinen Propheten صلى الله عليه وسلم , wie es in den Hadiths vom Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم und in den Berichten der Gefährten (möge Allah ta’ala mit ihnen zufrieden sein) überliefert wurde.

81. Das Grab ist entweder ein Garten von den Gärten des Paradieses oder eine Grube von den Gruben der Hölle.

82. Wir glauben an die Auferstehung und die Vergeltung der Taten am Tag der Auferstehung, an al-Ard (die Vorführung), al-Hisab (die Abrechnung), Qiraat al-Kitab (die Vorlesung des Buches), die Belohnung, die Bestrafung, al-Sirat (die Brücke) und al-Mizan (die Waage).

83. Das Paradies und die Hölle sind zwei nicht endende Geschöpfe und gehen nicht zugrunde. Allah hat das Paradies und die Hölle vor der Schöpfung erschaffen; Er hat für sie Bewohner erschaffen. Wer von ihnen ins Paradies geht, so geschieht dies durch Seine Großzügigkeit und wer in die Hölle geht, so geschieht dies durch Seine Gerechtigkeit. Ein jeder macht das, was für ihn leicht gemacht worden ist und geht den Weg, der ihm bestimmt ist.

84. Für die Diener wurde beides, das Schlechte und das Gute vorbestimmt.

85. „Die Fähigkeit“, wovon die Handlung abhängig ist, wie etwa al-Tawfiq (der Erfolg), der nicht einem Geschöpf zugeschrieben werden darf, begleitet die Tat. Was allerdings „die Fähigkeit“ angeht, womit die Gesundheit, die Kraft, die Möglichkeit und die gesunden Mittel gemeint sind, so ist diese vor der Handlung. Und darum geht es in dem Diskurs, wie Allah sagt: „Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag“ (al-Qur’an, 2:286)

86. Die Taten der Diener sind eine Schöpfung Allahs und ein Erwerb der Diener.

87. Allah hat von ihnen (den Dienern) nichts gefordert, was sie nicht zu leisten vermögen und sie können nur das, was Er ihnen aufgetragen hat. Dies ist die Auslegung von „La hawla wa laa quwata illa billah“ (Es gibt keine Macht und keine Kraft außer durch Allah). Wir sagen: Es steht niemandem Macht zu, außer durch Allahs Beistand. Und niemand hat die Kraft Allah gehorsam zu sein und darauf zu beharren außer durch Allahs Rechtleitung.

88. Alles geschieht nach dem Willen Allahs, Seinem Wissen, Seiner Bestimmung und Seiner Vorsehung gemaess. Sein Wille steht über dem Willen der anderen. Sein Urteil setzt sich durch. Er tut, was Er will und ist niemals ungerecht, erhaben ist Er über Schlechtem und Untergang, Fehlern und Schändung. „Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt (nach dem, was sie tun)“ (al-Qur’an, 21:23)

89. Im Bittgebet und in den Spenden der Lebendigen ist Nutzen für die Toten.

90. Allah, der Erhabene, erhört die Gebete der Leute und gibt ihnen was sie von ihm erbitten.

91. Er besitzt alles und nichts besitzt Ihn. Von Allah kann man nicht einmal für einen Augenblick unabhängig sein. Und wer sich selbst auch nur für einen Augenblick als unabhängig von Allah ansieht ist ein Ungläubiger und gehört zu den Untergehenden.

92. Allah zürnt oder ist zufrieden, jedoch nicht in der Art und Weise wie irgendein Geschöpf.

93. Wir lieben die Gefährten (möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein) des Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم . Wir übertreiben nicht in der Liebe ihnen gegenüber und sprechen uns von keinem von ihnen los. Wir hassen denjenigen, der sie hasst und ihnen im Schlechten gedenkt. Wir erwähnen sie nur im Guten. Die Liebe ihnen gegenüber ist Religion, Iman und Ihsaan. Und sie zu hassen ist Unglaube, Heuchelei und Maßlosigkeit.

94. Wir bestätigen, dass das erste Kalifat nach dem Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم , Abu Bakr رضي الله عنه zusteht, als eine Gunst für ihn und als Vorzug der gesamten Gemeinde gegenüber. Hiernach (steht es) Umar Ibn al-Khattab رضي الله عنه (zu), danach Uthman Ibn Affan رضي الله عنه und danach Ali رضي الله عنه. Dies sind die rechtgeleiteten Kalifen und Führer auf dem rechten Weg.

95. Wir bezeugen, dass die zehn [Gefährten], die der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم erwähnt hat und denen das Paradieses versprochen wurde, Paradiesbewohner sind, so wie der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم dessen Wort die Wahrheit ist, bezeugt hat. Diese (zehn) sind: Abu Bakr, ‚Umar, ‚Uthman, ‚Ali, Talha, az-Zubair, Sa’d, Sa’id, Abdur-Rahman Ibn ‚Auf, Abu ‚Ubaida Ibn Dscharrah, der „Treuhänder dieser Gemeinde“- Dscharrah (möge Allah mit ihnen zufrieden sein).

96. Jeder der gut über die Gefährten des Gesandten Gottes صلى الله عليه وسلم und seine Frauen und Nachkommen spricht, die alle rein und frei von Unreinheit sind, ist frei von der Beschuldigung der Heuchelei.

97. Die frühen vorausgegangenen Gelehrten und ihre Nachfolger sind die Quelle des Guten und des Ursprungs, des Verstehens und des Einsehens. Wir dürfen sie nur im Guten erwähnen. Wer sie im Schlechten erwähnt, der geht irre.

98. Niemanden der Awliya (Freunde Allahs) dürfen wir auf eine höheren Rang setzen als die Propheten (Frieden sei auf ihnen).

99. Wir glauben an die überlieferten Karamaat (die Wunder der Awliya), die von den Vertrauenswürdigen der Überlieferer überliefert worden sind.

100. Wir glauben an die Vorzeichen der Stunde: das Erscheinen des Dadschal, das Herniederkommen von Isa (Frieden auf ihm), dem Sohn von Maria, vom Himmel. Wir glauben an das Aufgehen der Sonne aus dem Westen und dem Erscheinen des Tieres [dabbat al-ard] aus der Erde, aus seinem Versteck.

101. Wir glauben weder Wahrsagern noch Astrologen und auch keinem, der etwas behauptet, das dem Buch, der Sunnah und der Übereinkunft der Gemeinschaft [Idschma‘ al-Ummah] widerspricht.

102. Wir glauben, dass die Gemeinschaft [jama’ah] richtig und wahr ist, und die Spaltung eine Abschweifung und Qual ist.

103. Allahs Religion auf Erden und im Himmel ist dieselbe, nämlich der Islam. Allah, der Erhabene, sagte: „Wahrlich, die Religion bei Allah ist der Islam“ (al-Qur’an, 2:19). Der Erhabene sagte auch: „Und ich habe Euch den Islam zur Religion erwählt“ (al-Qur’an, 5:3)

104. Der Islam liegt zwischen Übertreibung und Unterlassung, zwischen at-Tashbih (dem Gleichsetzen von Allahs Eigenschaften mit der Schöpfung) und at-Tatil (dem Leugnen von Allahs Eigenschaften), zwischen der Prädestination/Fatalismus und absoluten Freiheit, zwischen der Sicherheit und der verzweifelten Hoffnungslosigkeit.

105. Dies ist unsere Religion und unser Glaube, sowohl im Innern als auch nach Außen; und wir sagen uns von allen los, die dem, was wir erwähnt und erklärt haben, widersprechen.

Wir bitten Allah darum uns im Glauben zu festigen, und dass Er unser Leben mit ihm (dem Glauben) beendet und uns schützt vor den verschiedenen Neigungen, den abweichlerischen Meinungen, und vor den Verderben bringenden Strömungen wie der Muschabbihah, der Mu’tazilah, der Dschahmiyyah, der Dschibriyyah, der Qadariyyah und anderen, die von der Sunnah und der Gemeinschaft abweichen und mit den Irregehenden Bündnisse schließen. Wir sagen uns von ihnen los und wir betrachten sie als Irregegangene und dem Verderben geweiht; und Allah verleiht Schutz und Erfolg.

(1) „Darüber“ d.h. „was sich über dem Thron befindet“. In einer anderen Fassung des Textes, die dem Kommentar von Imam al-Babarti (712-786 H.) zugrunde liegt, fehlen die Worte „bi-ma“, so dass der Satz sich übersetzen ließe mit: “ Er, der All-Gewaltige und Erhabene, bedarf weder des Thrones noch dessen, was sich darunter befindet, Er umfasst alle Dinge und ist über ihm“ [muhitun bi-kulla shay’in wa fauwkahu]. Im Gegensatz zu einigen Kommentatoren, die daraus einen Ort [makan] oder eine Richtung [jiha] für Allah ableiten – [hoch erhaben ist Er über das, was sie Ihm zuschreiben] – sagt Imam al-Babarti: „Die korrekte Position unter unseren Gelehrten ist, dass alles, was eindeutig aus dem Qur’an und der Sunna hervorgeht und sich nicht auf die Handlungen bezieht, nicht erfordert, dass man sich mit seiner Interpretation beschäftigt. Vielmehr ist es Pflicht, an diese Dinge als feststehende Tatsachen und an ihre Wirklichkeit in dem Sinne, in dem sie gemeint sind, zu glauben“ (Akmal al-Din Muhammad ibn Muhammad al-Babarti, Scharh ‚Aqidati Ahl al-Sunnati wal-Jama‘, Herausgegeben von: Wizarat al-Auqaf wal Schu’un al-Islamiyya, Damaskus, 1989, S.93.)

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